Was bedeutet IPPC? – Holzkisten und ISPM 15 einfach erklärt




Der Begriff IPPC begegnet vielen Unternehmen im internationalen Warenverkehr – insbesondere beim Einsatz von Holzkisten, Paletten oder anderen Holzverpackungen. Trotzdem herrscht in der Praxis oft Unsicherheit darüber, was IPPC eigentlich bedeutet und warum diese Vorschrift existiert.

In diesem Beitrag erklären wir verständlich und praxisnah, was hinter IPPC steckt, welchen Zweck der Standard erfüllt und für wen IPPC-Holzkisten tatsächlich relevant sind.

YouTube-Video: IPPC einfach erklärt

Im folgenden Video erkläre ich die Grundlagen von IPPC und ISPM 15 ruhig und nachvollziehbar aus der Praxis:

Was bedeutet IPPC?

IPPC steht für International Plant Protection Convention. Dabei handelt es sich um ein internationales Übereinkommen unter dem Dach der FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations).

Ziel der IPPC ist es, Pflanzen und Wälder weltweit vor der Einschleppung von Schädlingen zu schützen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Holzverpackungen, die im internationalen Handel eingesetzt werden.

Warum betrifft IPPC Holzkisten und Holzverpackungen?

Unbehandeltes Holz kann Schädlinge wie Insekten, Larven oder Pilze enthalten. Werden solche Holzverpackungen über Länder- oder Kontinentalgrenzen hinweg transportiert, besteht die Gefahr, dass diese Schädlinge in neue Regionen eingeschleppt werden.

Um dieses Risiko zu minimieren, wurde der Standard ISPM 15 eingeführt. Dieser Standard legt fest, wie Holzverpackungen behandelt werden müssen, damit sie im internationalen Warenverkehr verwendet werden dürfen.

Was regelt der Standard ISPM 15?

ISPM 15 steht für International Standard for Phytosanitary Measures No. 15. Er beschreibt die zulässigen Verfahren zur Behandlung von Holzverpackungen.

In der Praxis erfolgt diese Behandlung heute überwiegend durch eine Hitzebehandlung (HT), bei der mögliche Schädlinge zuverlässig abgetötet werden.

Nach erfolgreicher Behandlung wird das Holz mit einem offiziellen IPPC-Stempel gekennzeichnet. Dieser Stempel bestätigt, dass die Holzverpackung den Anforderungen des ISPM 15 entspricht.

Was bedeutet eine IPPC-Holzkiste in der Praxis?

Eine IPPC-Holzkiste ist eine Holzkiste, die aus entsprechend behandeltem Holz gefertigt wurde und korrekt mit einem IPPC-Stempel gekennzeichnet ist.

Wichtig ist dabei: IPPC ist keine Qualitätsnorm für die Holzkiste selbst, sondern eine pflanzenschutzrechtliche Vorschrift. Die Stabilität, Konstruktion und Eignung für den Transport müssen unabhängig davon beurteilt werden.

Für wen ist IPPC relevant?

IPPC ist insbesondere für Unternehmen relevant, die Waren in sogenannte Drittländer exportieren, also außerhalb der Europäischen Union.

Typische Anwendungsbereiche sind unter anderem:

  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Industrieexport
  • Projektverladungen
  • Ersatzteilversand

Ob IPPC erforderlich ist, hängt dabei nicht vom Produkt, sondern von der verwendeten Holzverpackung und den Vorschriften des Ziellandes ab.

Fazit

IPPC und der Standard ISPM 15 dienen dem weltweiten Pflanzenschutz und regeln den Einsatz von Holzverpackungen im internationalen Handel.

Eine IPPC-Holzkiste ist keine „bessere“ Holzkiste, sondern eine für den Export zugelassene Holzverpackung.

In weiteren Beiträgen und Videos gehen wir detailliert darauf ein, wann IPPC erforderlich ist, welche Holzverpackungen betroffen sind und welche Fehler in der Praxis häufig auftreten.


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